Die Lage in Österreich
Österreichs Hotels sind im Direktvertrieb besser aufgestellt, als viele glauben. Laut der HOTREC European Hotel Distribution Study 2026 kommen sechs von zehn Buchungen direkt beim Betrieb an. Gleichzeitig läuft mehr als jede vierte Buchung über eine Plattform, und dieser Anteil ist seit 2013 um über zehn Prozentpunkte gestiegen. 88,5 Prozent dieser Plattformbuchungen gehen in Österreich an nur zwei Konzerne: Booking Holdings und die Expedia Group.
Was eine Portalbuchung wirklich kostet
Die Provision ist nur der sichtbare Teil. Laut derselben Studie werden Buchungen über die hoteleigene Website im Schnitt zu 9,1 Prozent storniert, über Expedia zu 11,7 Prozent und über Booking.com zu 19 Prozent. 51 Prozent der befragten Hotels berichten außerdem, dass Plattformen ihre eigenen Preise zumindest gelegentlich unterbieten, in vier von fünf Fällen ohne Zustimmung des Hauses. Und wer einen Gast über ein Portal bekommt, bekommt ihn ohne direkten Draht: Zahlung und Kommunikation laufen über die Plattform.
Sie dürfen auf Ihrer Website günstiger sein
Viele Häuser halten sich noch an eine Regel, die es nicht mehr gibt. In Österreich sind Bestpreisklauseln seit Jänner 2017 per Gesetz verboten, der Verfassungsgerichtshof hat das Verbot noch im selben Jahr bestätigt. 2024 hat Booking.com die Klauseln wegen des Digital Markets Act im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum gestrichen. Sie können auf Ihrer eigenen Website also einen besseren Preis oder ein besseres Paket anbieten als auf dem Portal. Zum Grund für eine Direktbuchung wird das erst, wenn der Gast davon weiß.
Portale sind auch Ihr Schaufenster
Die Plattformen ganz abzudrehen, ist selten klug. Die Cornell University hat den sogenannten Billboard-Effekt gemessen: Allein die Listung auf Expedia brachte den untersuchten Hotels 7,5 bis 26 Prozent mehr Buchungen über ihre eigenen Kanäle. Die Studie stammt aus 2009 und wurde 2011 mit Daten der InterContinental Hotels Group bestätigt. Viele Gäste finden ein Haus auf dem Portal und buchen dann direkt. Die Aufgabe ist, diesen Gast auf den letzten Metern zu Ihnen zu holen.
Wo Videos und Werbung ansetzen
Wer Ihr Haus schon aus Videos kennt, vergleicht weniger Preise und sucht eher gezielt nach Ihrem Namen. Dafür arbeiten zwei Dinge zusammen. Die Videos auf Instagram, Facebook, TikTok und YouTube bauen das Bild auf. Die Werbung über Meta holt danach die Menschen zurück, die diese Videos zu einem großen Teil angesehen haben, und führt sie auf Ihre Buchungsseite. Meta erlaubt Zielgruppen nach Sehdauer, zum Beispiel alle, die mindestens die Hälfte eines Videos gesehen haben. So erreichen Sie Menschen, die sich Ihr Haus bereits freiwillig angeschaut haben.
Was auf Ihrer Seite stimmen muss
- Ein Vorteil, den es nur bei Ihnen gibt, steht sichtbar auf der Startseite und in der Buchungsstrecke.
- Die Buchung klappt am Handy in wenigen Schritten, ohne Umweg über ein Anfrageformular.
- Das Meta-Pixel und die Conversions API sind mit Ihrer Buchungsmaschine verbunden. Nur dann sehen Sie, welche Buchung aus welcher Kampagne kommt.
- Der Monatsbericht zeigt Buchungen und Umsatz aus der Werbung, nicht nur Reichweite.